Zugsalbe

Bei einer Zugsalbe (wird auch oftmals als Ziehsalbe bezeichnet) handelt es sich um eine spezielle Salbe, welche Entzündungen und das unangenehme Druckgefühl in der Haut lindert, den Talgfluss vermindert sowie die Durchblutung intensiv fördert. Sie besitzt eine phagozytosefördernde Eigenschaft, die es ermöglicht, dass wesentlich mehr Nährstoffe in die Zellen verbracht werden.

 

Zugsalbe unterstützt in geeigneter Weise die Heilung

Schwarze Zugsalben werden aus Ölschiefer hergestellt. Innerhalb des Herstellungsprozesses wird der Ölschiefer mittels trockener Destillation gewonnen. Das Öl trennt sich dabei und wird mit Schwefelsäure ergänzt (“sulfoniert”). Schieferöl wurde bisher nie, im Gegensatz zum Teer, verdächtigt krebserregend zu sein. Der für Menschen zugelassene Wirkstoff Ammoniumbitumino-Sulfonat besteht aus einer Mischung von über 10.000 organischen Substanzen.

Aromate wie beispielsweise Phenol sollen die Sekretion der Talgdrüsen verringern sowie über eine antibakterielle Wirkungsweise verfügen. Dies bedeutet, dass sie in der Lage sind, Entzündungen selbst bis in die Tiefen der Gelenke und Muskeln zu hemmen. Zugsalben werden zum Beispiel bei chronisch entzündlichen Erkrankungen der Haut wie Rosacea und Akne, Abszessen und Furunkeln sowie Neurodermitis eingesetzt. Hierdurch sollen speziell Eiterherde und Abszesse wesentlich schneller reifen sowie danach entleert werden.

Zugsalben “entziehen” zudem die jeweilige Entzündung dem Hautgewebe. Zu diesem Zweck wird die Haut gereizt, wodurch wiederum die Durchblutung in den betroffenen Bereichen gesteigert und das Entzündungsgebiet begrenzt wird. Bei Erkrankungen werden normalerweise fünf- bis zehnprozentige Zugsalben eingesetzt. Des Weiteren können neben Zugsalben auch Zugpflaster mit gleicher Wirkungsweise genutzt werden. Fachärzte kombinieren bei schwersten Entzündungsherden auch Schieferölpräparate mit Zinkoxid oder Cortisonpräparaten.

Beachtenswerte Aspekte zu Handhabung der Zugsalbe

Bei Anwendung einer Zugsalbe sind einige Aspekte zu beachten:

  • Zugsalben verfügen über einen intensiven Geruch nach Teer und Schwefel und können zudem die Bekleidung wie auch die Haut schwarz einfärben. Daher wird empfohlen, Schutzhandschuhe zu tragen.
  • Zugsalben sollten niemals direkt auf die Schleimhäute, offene Wunden und Hautbereiche aufgetragen werden.
  • Da Zugsalbe die Reifeprozesse vorhandener Eiterherde fördert, können durch eine übermäßige Eiterproduktion die Hohlräume aufbrechen, sodass im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung drohen kann.
  • Seltene Nebenwirkungen durch Zugsalbe können eventuell eine gerötete Haut, Juckreiz sowie Brennen sein.
  • Ammoniumbitumino-Sulfonat fördert des Weiteren die Aufnahme anderer Substanzen durch die Hautbereiche und kann somit die Wirkungsweise von anderen Medikamenten erhöhen.
  • Wird die Zugsalbe unter einem festen Verband angewendet, wird ihre Wirkung wesentlich verstärkt jedoch auch unkontrollierbarer. Besonders luftdichte Bandagen sollten keinesfalls über der Zugsalbe angebracht werden.

Mit Zugsalbe können eitrige Entzündungen effektiv beendet werden

Um die Heilung gewisser Hauterkrankungen voranzubringen, bietet sich Zugsalbe im Besonderen an, da sie durch ihre antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungsweise Entzündungen mindert. Falls manche Betroffenen sich nicht oft mit unterschiedlichen Salben eincremen wollen, können sie ein Zugsalbenpflaster nutzen, welches eine identische Wirkung aufweist. Natürlich stellt die Zugsalbe keinerlei Wunder- oder Allheilmittel dar, weshalb beispielsweise bei Abszessen grundsätzlich ein Arzt konsultiert werden sollte. Bei ausufernden Eiterherden muss eventuell sogar eine Operation überdacht werden. Zugsalben sind zudem in sehr unterschiedlicher Form erhältlich, wobei ihre Wirkungsweisen jedoch sehr ähnlich sind. Bekannte Zugsalben sind dabei allerdings weniger verschreibungs- als apothekenpflichtig.